Browny

.... Es war der 29.05.2007 als 4 Personen vor meinem
Zwinger traten. Wie so oft in meinem jungen Leben hörte ich die Worte: "Oh,
ist der niedlich!" Obwohl diese Personen mich nicht kannten und ich als
junger Draufgänger beschrieben wurde, steckten die männlichen Personen ihre
Hände durch die Gitterstäbe und kraulten mich. Es war ganz anders als zuvor
in meinem Leben. Der ältere Mann verlangte, dass ich aus dem Zwinger
gelassen werde. An diesem Tag regnete es ununterbrochen. Meine Pfoten waren
verschmutzt und nass. Aber ich wollte meinem Ruf alle Ehre erweisen und
entschloss mich diese 4 Personen anzuspringen. Was nun folgte, habe ich
bisher nicht erlebt. Alle 4 stießen mich nicht weg und schimpften auch
nicht, obwohl die weiblichen Personen sehr fein angezogen waren. Im
Gegenteil, von jedem bekam ich Leckerchen. Dann hörte ich die Worte:" den
nehmen wir mit!" Leider mußte ich zurück in meinen Zwinger, da einige
Formalitäten erledigt werden mussten. Dann war es soweit. Es wurde mir das
Halsband und eine Leine angelegt. Die jüngere männliche Person, mein
Hundeführer, nahm die Leine und wir gingen zum Parkplatz. Oh Gott, dachte
ich. Nun muss ich auch noch in einem Auto fahren. Meine Erfahrungen mit KFZ
waren bisher nicht groß. Bei jeder Fahrt musste ich mich übergeben. Da
mein Herrchen nur eine sehr große Luxuslimousine besitzt, ordnete der
Tierheimleiter an, dass ich in den Kofferraum sollte. Mein Frauchen wollte
aber, dass ich auf die Rücksitzbank liegen sollte. Leider setzte sich der
Tierheimleiter durch. Mein Herrchen hat zwar den Skisack abgetrennt, so
konnte ich meine neuen Besitzer während der Fahrt beobachten. Leider mußte
ich mich auch bei dieser Fahrt übergeben. Als wir in meinem neuen Reich
ankamen, sah mein Herrchen die Bescherung. Aber es gab keine Schimpfe und
auch keine Schläge. Man zeigte mir mein Reich. Ein großer Ziergarten mit
Pool, Teich, Gartenbar, Blumenbeete sowie ein offenes 2 -. Familienhaus mit
insgesamt 540 m² Wohnfläche muss ich nun bewachen. Mein Lohn übertrifft
jeder gewerkschaftlichen Empfehlung. Es ist Liebe. Diesen Lohn habe ich
bisher nicht bekommen. Auch nach 2 Wochen mache ich natürlich noch
einigen Unsinn. Aber ich habe auch schon einiges gelernt. Jede Tür öffne
ich, außer die Tür vom Kühlschrank. Meinem Herrchen bringe ich die Zeitung.
Die Grundregeln der Unterordnung lerne ich besonders gut. Auch mein Fell,
dass vorher kaum eine Bürste oder Kamm gespürt hat, ist sehr glänzend und
weich. Liebe Artgenossen, ich habe es vom Bettler zum Millionär gebracht.
Von meiner Familie bekomme ich die feinsten Sachen. Trotzdem kam es vor,
dass ich mein Frauchen abgelenkt und ein schönes Schnitzel vom Teller
gemopst habe. Aber es eigenartig, ich bekomme keine Schläge oder Schimpfe
bzw. werde auch nicht eingesperrt. Bei meinen vorherigen Pflegern bin ich
sogar über 2,20 m hohe Zäune geklettert. Hier habe ich es nicht nötig. Ich
bin froh, dass ich hier meine Bleibe gefunden habe. Von meiner Familie habe
ich gehört, dass sie mich für kein Geld der Welt abgeben würden. Ist das
nicht toll?
So nun muss ich diese Zeilen schließen, denn das Abendessen steht bestimmt
schon auf dem Esstisch.
Bis bald, Euer Browny