Camillo

Hallo Claudia,

Anläßlich unseres "Jubiläums" habe ich einen Artikel verfaßt, den ich Dir hier schicke. Camillo macht sich super. Er hat auch schon fast Normalmaße (ein kleines bißchen muß er noch abnehmen), bewegt sich inzwischen gern und viel.
Gerade kommen wir vom Platz, von seinem ersten freien Obedience-Trainig: Es sind Stationen aufgebaut, und jeder trainiert mit Hund das, was gerade wichtig ist oder/und Spaß macht. Er hat sich super gemacht und trotz fremder Hunde toll gearbeitet.

Ich lege auch ein paar Bilder bei, die Du gern verwenden kannst. Mir gefällt Camillos "Starfoto" besonders. Die Bilder mit Babsy, dem 14jährigen Hovi-Mix meiner Mutter, gefallen mir aber auch sehr gut und zeigen Camillo so schön "in Aktion".

Viele Grüße
Antje

Starfoto


 

500 Tage mit Camillo – Eine Bilanz

Heute sind es genau 500 Tage, daß Camillo, der einstige „Hovawart in Not“, bei mir ist. Wir sind ein tolles Team geworden und ich bin sehr, sehr froh, daß er da ist!

Es war bestimmt nicht immer leicht, aber es waren immer Leute da, die uns unterstützt haben. Da wäre zu allererst Camillos Herrchen, dessen Herz der Gauner ganz eingenommen hat – anfangs wollte er einen Hund nur dulden, inzwischen sieht die Welt ganz anders aus. Wir haben ihm viel zu verdanken. Mit sehr viel Geschick und Geduld hat er Camillos Vertrauen gewonnen – und dabei hat ein Mann es bei Camillo echt schwer. Camillo ist, immer noch, fremden Männern gegenüber ausgesprochen mißtrauisch.

Camillo war ein sehr unsicherer und mißtrauischer Hund. Heute meistert er viele Situationen, die ich anfangs nie für möglich gehalten hätte: Camillo hat sich zum richtigen Autofahr-Hund entwickelt (er fährt lieber mit als sein Frauchen fährt). Er fährt auch gern Zug („...ach ist das ein lieber ...“ ), wenn die Leute wüßten, daß er auch ganz anders kann, aber zum Glück zeigt er es meist nicht, und schon gar nicht, wenn er müde von der Fahrt ist und nur seine Ruhe will.

Im Umgang mit fremden Hunden ist Camillo (und Frauchen auch) viel gelassener geworden. Wir können zwar immer noch nicht an einem fremden großen Rüden einfach ruhig vorbeigehen (während dieser weitergeht), aber Camillo kann (meistens) sitzenbleiben und den anderen vorbeigehen lassen – ist doch toll so ein anderer Hund, da gibt’s immer Leckerli von Frauchen!

Kraft und Sicherheit für den Alltag holen wir uns unter anderem auf dem Hundeplatz, dem DVG MV-Wiebelskirchen. Dort versuchen wir uns an Obedience. Dem ganzen Trainerinnenteam gebührt hier großer Dank! Vor allem Carmen Gabriel, die Camillos Gruppe trainiert, und Susanne Neu (selbst Hovi-Besitzerin), die zusammen mit dem Team in der Zeit drei Seminare organisiert hat, an denen wir teilgenommen haben (Obedience, Fährte und ein „Hovi-Sportwochenende“: einmal „quer durch den Hundesport“), und die Camillos Entwicklung von Anfang an begleitet. Ich selbst konnte mich nur aus Kindertagen an Hundesport erinnern (fast 30 Jahre her) und muß auch viel, viel lernen. Von den Methoden auf dem Platz bin ich begeistert! Es gibt immer einen Weg, den Hund davon zu überzeugen, daß das, was ich gerade von ihm will, das ist, was er doch auch will. (Ich hoffe, damit die Grundidee richtig verstanden zu haben.) Camillo geht gern auf den Platz und „liebt seine Trainerinnen innig“. Das ist mir wichtig.

Priorität hat für mich bei allem was ich mit Camillo tue, daß ich einen freundlichen sicheren Hund möchte, der auch in schwierigen Situationen „lenkbar“ bleibt, weil er mir vertraut und sich an mir orientiert. Wir sind auf dem Weg ein gutes Stück vorangekommen, aber es bleibt noch viel zu tun.

Fazit: Vieles in den 500 Tagen habe ich mir anfangs schwerer vorgestellt, manches aber auch leichter. Ich würde mich jetzt eher trauen, einen „Hovawart in Not“ aufzunehmen, als das noch vor 500 Tagen der Fall war. Ich weiß jetzt, daß ich Hilfe finde, wenn ich sie suche und brauche und ich habe gesehen, daß Camillo ein ganz, ganz toller Hund ist – nicht ganz unkompliziert, aber erstens ist das wohl ein Hovi nie und zweitens wäre mir das auch zu langweilig.

Antje Naumann

 
Danke an Antje Naumann, die Camillo eine Chance, ein Zuhause, viel Liebe und sehr viel Zeit, Ausdauer und Verständnis widmete und so aus diesem Hund einen Traumhund macht.
 

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