Cora
Ein langer Bericht, weil Coras Schicksal aufzeigt dass man keinen Hund verloren geben darf.
Und ein ganz dickes
Dankeschön an Ihre neuen Halter. Denn ohne Menschen die einem solch
"nicht ganz
problemlosen" Hund eine Chance, ein Zuhause geben wäre das tun des Hovawart in
Not-Teams sinnlos.
Danke!!!
Die Vorgeschichte
Heute in Coras Zuhause

Cora ist 5 Jahre alt und für eine Hündin recht Dominant. Sie hat eine Schilddrüsenerkrankung welche die zweimal tägliche, zuverlässige Eingabe von Tabletten erfordert. Die Tabletten sind nicht teuer, doch für Cora sehr, sehr wichtig da Sie an einer seltenen Art der Schilddrüsenerkrankung leidet. Darum wird Cora nur an absolut zuverlässige Hundefreunde abgegeben. Cora geht nur in einen ruhigen Haushalt, heißt keine kleinen oder hundeunerfahrenen Kinder und keine anderen Tiere. Sie ist Fit und sehr bewegungsfreudig, spielt gerne, extrem lernfähig und optimal für sportliche Menschen. Cora ist sehr verschmust und anlehnungsbedürftig.
So hatten wir Cora kurz beschrieben. Leider mussten wir Anrufern dann aber alles über Cora erzählen und Interessenten sehr gut auswählen. Warum? Cora wurde in einem Zwinger geboren und wuchs dort die ersten Lebensmonate auf, anschließend wurde die sensible Hündin an eine Familie verkauft. Diese Familie bestand nur noch aus Mutter und Tochter (der Vater nahm bereits reis aus) und oft der Freund der Tochter. Mutter und Tochter sollen hysterisch gewesen sein. Der Hund wurde sogar bei jedem Tierarztbesuch gleich sediert (ruhig gestellt). Keiner hatte wirklich Ahnung vom Umgang mit Hovawarten doch jeder meinte seine Methode sei die richtige. So erhielt der junge Hund gleich drei verschiedene Ausbildungen. Da keine fruchtete wurde das erst 6 Monate junge Tier für gut 4 Wochen in einer Hundeschule abgegeben. Dort lernte Cora unter anderem dass es mit einer Leine, welche Ihr um den Bauch gebunden wurde und die sich beim entfernen vom Hundeführer zusammenzieht, besser ist in der nähe (also bei Fuß) des Hundeführers zu bleiben. Nachdem Cora dies begriffen hatte wurde ihr ein Empfänger um den Hals gehangen, das Gerät heißt Inotek und der Ausbilder hielt den Sender in Händen. Nun war der Hund ausgebildet. Die Frauchens und das Herrchen jedoch nach wie vor für die im Zwinger aufgewachsene Cora viel zu hektisch (hysterisch). Mit 2 Jahren wurde Sie dann abgegeben. Der Hund hatte in dieser Familie gelernt dass man Sie eine Weile in ruhe lässt, wenn Sie sich mit einem Biss gegen das hysterische Getue wehrte. Sie kam zu einem Mann, der denn Hund zwar liebte doch dessen Mutter das Tier von Anfang an ablehnte. Leider erfuhr auch ich erst im nachhinein, dass er statt mit dem Hund zu arbeiten, den Maulkorb für das Tier vorzog, da dieses seine Mutter gebissen hatte. Statt bei der Mutter auszuziehen gab er nach 2 Jahren nach und gab Cora ab. Im war zwar klar, dass der Interessent ungeeignet war, doch weil dieser so hartnäckig blieb bekam er Cora. Nach 2 Wochen wollte dieser das Tier wieder los werden, da es zum einen bissig ist und zum anderen noch immer nicht als Reitbegleithund einsetzbar ist. Nach weiteren Wochen (einen solchen "Wanderpokal" zu vermitteln ist nicht leicht) erhielt ich einen Anruf: "Entweder bis zum Wochenende haben Sie eine Möglichkeit Cora unterzubringen oder ich lasse Sie Montag einschläfern." Cora hatte Menschen verletzt, ein Tierarzt der Sie tötet lässt sich so leicht finden. So kam Cora zu uns. Keine gute Lösung aber lebensrettend. Warum keine gute Lösung? Cora braucht Ruhe und Stabilität. Hier bei zwei anderen Hunden, von denen einer ein sehr nervöser und wirbeliger ist, wo wenig Platz ist aber viel los ist wegen der Tochter (alle paar Minuten schellt es), hier ist Cora deplaziert. Doch wir stellten uns der Aufgabe. Leider anfangs mit mäßigem Erfolg, selbst alle Recherchen über ihre Vergangenheit brachten uns nicht viel weiter. Dann ein entscheidender Tipp einer Hovifreundin und -besitzerin "Untersucht mal auf Schilddrüsenunterfunktion". Cora hatte ein schönes und reichliches Fell, sie war nicht dick und so staunten ich und mein Tierarzt nicht schlecht. Doch mein Tierarzt folgte meiner bitte und war über das Ergebnis recht erstaunt. Cora leidet an einer selteneren Art der Schilddrüsenunterfunktion. Nun wurde Cora medikamentös eingestellt doch Ihr Verhalten änderte sich nicht sonderlich. Klar Gewohnheiten, die Sie nun seit 5 Jahren an den Tag legt, legt sie sicher nicht von heute auf morgen ab. Außerdem muss noch immer ein Zuhause gefunden werden, in dem es ruhiger zugeht. Gleichzeitig müssen es aber Menschen sein, die mit der Dominanz des Tieres umzugehen wissen. Cora kam zu einer jungen Frau, welche mit Hovis aufgewachsen ist. Leider erlaubte die junge Frau trotz strikter Anweisungen dem Hund zuviel (so z.B. das liegen im Bett). Als die Junge Frau mit einer Freundin und deren Tochter zusammenzog, wurde die Lage wieder dramatischer, da Cora ihr Bett nun verteidigte. Es muß eine Person/Familie gefunden werden, die dominant aber ruhig und gelassen ist, die ohne Geschrei dem Hund klar macht dass Cora der Omega im Rudel ist. Aber das ist wohl Utopie, oder? Denken wir an die vielen Hunde, die nie ein neues Zuhause finden und einsam und unglücklich nach Jahren im Tierheimzwinger einsam sterben.
Nein es ist keine Utopie.
Coras "Engel" rief mich an und ich war noch sehr skeptisch, fürchtete der Mann stelle sich das ganze zu einfach vor. Doch wir vereinbarten ein Treffen zwischen Ihm, seiner Lebenspartnerin, dem vorhandenen Hovawart-Rüden und uns nebst Cora und Noch-Frauchen. Der Rüde; ein absolut souveräner Kerl ,der Cora ohne viel Lärm sagte wie weit Sie gehen darf. Ihr Gekläffe ignorierte er, ihre erste zarte Dominanzgeste (Kopf auflegen) quittierte er mit kurzen tiefen bellen. Dieser gelassen, ruhige aber selbstbewusste Rüde imponierte uns und uns war klar, wenn Herrchen nur halb so gut drauf ist wie dieser Rüde, hat Cora in diesem Rudel eine wirklich gute Chance auf Rehabilitation. Herrchen hatte eine ähnliche Ausstrahlung und Falco (besagter Hovawart-Rüde) muss ja auch diese ruhige, sichere Art irgendwo her haben. Sein Umgang mit Cora unterschied sich deutlich von unseren Rüden, die Gentleman-mäßig der Hündin alles durchgehen ließen. Falco ist mehr wie ein Papa (väterlicher Freund), er prägt. Von unserer Seite aus gab es nun keine Bedenken mehr.
Und diesmal meinte das Schicksal es gut mit Cora. Sie fuhr noch an diesem Abend mit ins neue Zuhause.
(Unten nun die E-Mails und Bilder, die ich in der Folgezeit von Coras Herrchen erhielt.)
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Hier zitiere ich einfach mal die Mails, die mir Coras Herrchen schickte und setze die Bilder darunter. Ich denke das spricht Bände.
01.02.2005
Hallo! Sie ist zwar erst ein
paar Tage bei uns aber bisher hat sich der erste gute Eindruck der Süssen nur
bestätigt! Cora hat sich recht schnell und gut eingelebt! Sie akzeptierte
problemlos ihren zugewiesenen Schlaf und Ruheplatz! An dieser Stelle noch mal
Dank an Hovi in Not!
Anbei noch ein Bild von ihr und ihrem (für sie) neuen Gefährten!

Cora und Falco (der vom Rudelzuwachs noch nicht so
begeistert scheint)
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18.02.2005
Wir waren eben noch im Schnee mit den beiden und haben ein
paar Bilder geschossen die wir Ihnen nun schicken wollen! Cora hat sich sehr gut
eingelebt! Man bemerkt das daran das Sie eine entspanntere Schlafstellung
eingenommen hat und Tür bzw. Telefonklingeln gelassener nimmt. Anfangs wurden
solche Störungen durch lautes und anhaltendes bellen quittiert. Natürlich hat es
paar mal zwischen Falco und Cora gerumst aber Falco ist nach wie vor Chef! Alles
in allem sind wir froh das Cora bei uns ist! An dieser Stelle noch mal grosses
Lob und Danke an Sie und HiN!
Cora bei der Mäusesuche.

Falko kontrolliert ob Cora auch alles richtig macht.

Wer ist hier wer? ;-) Tipp: Falco hat die
buschigere Rute.

Nein, Cora und Falco sind keine Geschwister aber
inzwischen ein nettes Team.
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Hallo! Lange nichts mehr hören lassen aber Bilder sagen mehr
aus! Cora hat ein bisschen zugenommen....Spitzname ist nun "Wombel" Im
Futterklauen ist Sie unschlagbar! Neuester Trick ist Falcos Napf leer zuräumen
und den eigenen zu füllen! Hätt ich`s nicht beobachtet würde ich`s nicht
glauben! Türen macht Madam auch selbst auf!
Ansonsten ist bei uns noch alles im Lot!

Sehe ich etwa aus wie ein Futterdieb? Oder eher wie die
Unschuld in Person?

So sieht also ein "Wombel" aus!

Na man kann nicht ständig nur in die Kamera lächeln.

Ach ja und den Falco gibt es natürlich auch noch.
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